Gegen den Tod Couture - Modekollektion, die Leben retten kann

Gegen den Tod Couture – Modekollektion, die Leben retten kann

++ Historischer Tiefstand bei Organspenden ++ Patienten sterben, weil Organspenden fehlen ++ „Gegen den Tod Couture“ macht aus Mode Organspendeausweise zum Anziehen +++ Angesagte deutsche Streetwear-Designer:innen bringen dafür gemeinsam mit dem Verein gegen den Tod auf der Organ-Warteliste eigene Modekollektion auf den Markt +++ Betroffene, Prominente und Ärzte unterstützen das Projekt

Düsseldorf 25.5.2021 – In Deutschland gibt es nicht genug Organspender:innen. Rund 9.000 Patient:innen warten derzeit auf eine Organspende. Lediglich 913 Menschen haben im Jahr 2020 hierzulande Organe gespendet. Auf eine Million Einwohner kommen damit statistisch gesehen rund zehn Organspenden. Weil Spender:innen fehlen, warten viele Patient:innen noch immer vergeblich auf eine Organspende und sterben. Das will der Verein Gegen den Tod auf der Organ-Wartliste ändern und bringt gemeinsam mit acht angesagten Streetwear- Designer:innen die Modekollektion „Gegen den Tod Couture“ auf den Markt.

Das Besondere: Alle Kleidungsstücke der Capsule-Kollektion „Gegen den Tod Couture“ dienen auch als Organspendeausweise. Die Trägerinnen und Träger der Klamotten erklären so offen ihre Absicht, nach ihrem Tod Organspender:innen zu werden. Die Kampagne „Gegen den Tod Couture“ will so das Thema Organspende wieder öffentlich sichtbar machen und plädiert für einen neuen, offenen Umgang mit der eigenen Sterblichkeit – insbesondere bei jungen Menschen. Die Kampagne hat ihren Schwerpunkt in den sozialen Medien unter dem Hashtag #GegenDenTod.

Die Kollektion von „Gegen den Tod Couture“ umfasst mehr als 70 Einzelteile, darunter T- Shirts, Hoodies, Jacken und Accessoires. Entworfen haben sie die angesagten und allesamt nachhaltig arbeitenden Fashion-Labels Anchorable, Ablüh Clothing, Andy Shop, Norvine, Kleinigkeit, Per Fines, The Dudes und Wemoto. Auf jedem Einzelteil der Kollektion ist der Text zur Organspendeabsicht integriert. Das Projekt macht sich dabei zunutze, dass es in Deutschland keine gesetzlichen Vorgaben gibt, wie ein Organspendeausweis formal auszusehen hat. Somit können auch T-Shirts, Hoodies, Jacken und andere Kleidungsstücke Organspendeausweise zum Anziehen werden. Wichtig ist lediglich, dass die Trägerinnen und Träger die Organspendeabsicht auf ihren Fashionstücke unterschreiben.

Die Kollektion „Gegen den Tod Couture“ will ein lautes und buntes Statement gegen den Tod setzen. Zu den Gesichtern der Kampagne gehören Betroffene wie Sarah Schott alias Pinguinkuh, die vor einem Jahr selbst eine Organspende erhalten hat und Hendrik Verst alias FitDad, der auf eine Organspende wartet. Influcencer:inenn wie Annika Teller und Kindakiri unterstützen die Kampagne ebenfalls. Alle Kollektionsteile sind von 5. Juni an – dem Tag der

Organspende – auf gegendentodcouture.de und in den Onlineshops der beteiligten Designer:innen erhältlich.

„Noch immer ist Deutschland eins der wenigen verbliebenen Ländern, in denen Organspende eine aktive Zustimmung benötigt. Gegen den Tod Couture setzt ein breit sichtbares und wichtiges Zeichen für die Organspende. Wir stoßen damit eine Diskussion an, die Deutschland dringend braucht. Vor allem diejenigen, die tagtäglich auf ein Organ warten“, sagt Susanne Reitmaier, Vorsitzende des Vereins gegen den Tod auf der Organ- Warteliste.

„Pro Pro Tag sterben drei Menschen auf der Warteliste. Jede Wartepatientin und jeder Wartepatient hat es verdient, dass sich ein Mensch mit dem Thema Organspende einmal auseinandersetzt“ sagt Sarah Schott. Die 25-jährige Bloggerin ist eines der Gesichter der Kampagne und hat vor rund einem Jahr selbst eine Spenderlunge erhalten.

Ebenfalls zu den Gesichtern der Kampagne zählt der 35-jährige Hendrik Verst. Der Fitnessblogger und Vater von fünf Kindern steht selbst auf der Organ-Warteliste und braucht eine Organspende. „Sogar ein T-Shirt ist ausreichend, um zu zeigen, wie einfach es ist, seine Meinung zu äußern. Für alle, die auf der Warteliste stehen und für mein Leben wünsche ich mir die notwendige Aufmerksamkeit, um die Diskussion erneut zu entfachen“, sagt Hendrik Verst.

Das Thema Organspende ist in der Öffentlichkeit durch das dominierende Thema Corona- Pandemie aus dem Fokus geraten“, sagt Prof. Matthias Anthuber, Leiter der Transplationschirurgie am Universitätsklinikum Augsburg. „Unser Ziel ist es weiterhin, dass sich Bürgerinnen und Bürger nach umfassender Information und Aufklärung mit dem Thema und der Möglichkeit der Organspende im Falle des eigenen Todes beschäftigen, und eine Entscheidung treffen – wie auch immer sie ausfällt. Aufklärung über

die Organspende sollte künftig obligatorischer Lehrinhalt in höheren Jahrgangsstufen im Schulunterricht sein, um frühzeitig junge Erwachsene bei diesem so wichtigen Thema abzuholen. Nur so kann Deutschland die hintersten Plätze in der Organspendebereitschaft im Vergleich der europäischen Staaten verlassen."

"Unsere Gegen-Den-Tod-Couture-Kollektion schafft eine perfekte Schnittstelle zwischen Mode, persönlicher Identität und dringend notwendiger sozialer Veränderung. Sie ist ein Fashionstatement, das Leben rettet“, sagt Jonathan Deeb, Chief Creative Officer der Agentur Proximity in Düsseldorf, die die Kampagne für den Verein entwickelt hat.

Weitere Informationen findest du auf www.gegendentodcouture.de

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